Patschelbrunnen
Der Patschelbrunnen in Brüggen-Born Von der Idee zur Ausführung Für mich persönlich die besten Seiten. Nämlich wie es Malzkorn gelingt, den Focus vom Einzelschicksal auf das große Ganze zu weiten. Auf das Erkennen des umfassenden Zusammenhangs unseres Daseins. Diese Geschichte wollte ich in einer Momentaufnahme bildlich darstellen und erzählen. Das musste auf einer Strecke von wenigen Metern umgesetzt werden. Die Bühne ist der neugestaltete Kirchplatz in Born mit dem Wasserlauf als Symbol für die Schwalm. Mit einer direkten Blickachse vom alten Schulhaus über den Kirchplatz zum Borner See. Auf dieser Linie spielt die Handlung. Die Hauptdarsteller sind Otter und Hecht. Der Otter steht natürlich für Malzkorn. Und der Hecht ist das Andere. Was nicht Malzkorn ist. Was ihm in dieser Welt nicht gefallen hat. Und davon gab es Einiges. Dinge und Zustände die er in seiner Zeitschrift "Das Weltgewissen" öffentlich anprangerte. Der Otter hat einen Fisch gefangen. Der Fisch ist das Objekt der Begierde. Für mich ist es das Symbol für Geld. Ein Thema mit dem sich Malzkorn intensiv beschäftigt hat. Hinweis auf die "Alternative Geldwirtschaft". Geld lässt unser Leben funktionieren. Keiner kann genug davon haben. Das Wesen des Geldes ist abstrakt und anonym, wie die Darstellung des Fisches. Er hat keine Augen, keine Ausarbeitung, keine Details. Es ist nicht fassbar. Aber alle brauchen es. Wollen es besitzen.------------ So auch der Hecht. Und schon nehmen die Probleme ihren Lauf. Die bildhauerische Arbeit. Es geht für mich als Bildhauer nicht nur darum, das Abbild eines Otters zu formen. Ich versuche darüber hinaus zu gehen. Die Darstellung muss eine bildhauerische Interpretation der Figuren zeigen. Und sie muss eine inhaltliche Aussage machen. Die Arbeit an den Figuren soll eine menschliches Maß aufzeigen. Die Ausführung soll das Leben Malzkorns im übertragenen Sinne spiegeln. Die Darstellung durch den Bildhauer soll zeigen, das diese Figuren ein Mensch modelliert hat. Sie muss eine Handschrift tragen, einen Charakter zeigen. Und nicht den "Mainstream" auf den wir alle Tag für Tag, von morgens bis abends, trainiert werden. Etwas, für das Malzkorn sicher nicht steht. So habe ich zunächst eine natürliche Darstellung der Figuren gewählt. Auf den ersten Blick gegenständlich, nicht abstrahiert, nicht verfremdet. Aber dann gibt es Brüche: Die Oberflächen, die Proportionen, symbolisches, vermenschlichendes. Brüche und Wiedersprüche, die sich auch in Person Malzkorns wiederfinden. Ich habe versucht mit einfachen Mitteln etwas einzufangen, das etwas von der Person Malzkorns in dieser Brunnenszene spiegelt und festhält. Als weiteres Gestaltungsmittel gibt es eine Gedenktafel. Eine Tafel im Wasser. Warum dort? So wie sich Malzkorn als Teil der Natur verstand, soll auch sein Andenken symbolisch von Wasser umhüllt sein. So dass es vielleicht gelingt mit diesem ungewöhnlichen Ort ein ungewöhnliches Bewusstsein zu wecken. Zum Schluss..... Das sind im Wesentlichen die Gedanken, die mich bei der Planung und Ausführung der Arbeit begleitet haben. Besonders zum Kapitel der bildhauerischen Arbeit gäbe es noch eine Menge zu sagen: Wie Ausdruck, Haltung, Spannung, Größe usw. Aber davon genug. So bedanke ich mich für Ihr Vertrauen und hoffe auf Ihr Einfühlungsvermögen und Einverständnis zur Umsetzung dieser Aufgabe. Uwe Meints Brüggen, Mai 2008
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